Friedrich der Große – seine letzte Ruhestätte
Friedrichs letztes Geheimnis – das Grab von Sanssouci
Nach fast 50 Lebensjahren hab ich es endlich zum Schloss Sanssouci geschafft. Und natürlich hab ich auch unserem Gründer einen Besuch abgestattet.
Wer den Park Sanssouci in Potsdam besucht, findet auf der obersten Weinbergterrasse einen unscheinbaren Ort, der kaum zur Größe eines Preußenkönigs zu passen scheint: eine schlichte Grabplatte, oft mit Blumen belegt – und manchmal mit Kartoffeln.
Genau das war der Wille Friedrichs II. Der König, der zu Lebzeiten als Freimaurer der Loge beitrat und zeitlebens ein tief aufklärerisches Weltbild pflegte, wünschte sich eine Bestattung ganz ohne höfischen Prunk. Keine prächtige Gruft, keine Staatsinszenierung – sondern eine stille Beisetzung bei Nacht, nahe bei seinen geliebten Hunden. Die Grabkammer selbst ließ er bereits 1744 anlegen, noch bevor das Schloss überhaupt fertiggestellt war. Der Tod gehörte für ihn offenbar zum Entwurf des Lebens dazu.
Doch es sollte anders kommen. Sein Nachfolger ignorierte diesen Wunsch und ließ ihn in der Garnisonkirche beisetzen. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Sarg mehrfach quer durch Deutschland verlagert – Bunker, Salzbergwerke, Zwischenlager – und landete schließlich für Jahrzehnte auf der Burg Hohenzollern. Von Sanssouci weit entfernt.
Erst 205 Jahre nach seinem Tod, in der Nacht des 17. August 1991, wurde sein Testament erfüllt. Pünktlich um Mitternacht, kurz nach der Wiedervereinigung, fand Friedrich den Ort, den er sich immer gewünscht hatte. Bundeskanzler Helmut Kohl war zugegen – aber der König selbst hätte vermutlich auf diesen Teil verzichtet.
Heute ist das Grab frei zugänglich, kostenlos, und still. Ein Ort, der sehr gut zum freimaurerischen Gedanken passt: Nicht die äußere Form zählt, sondern das, was dahintersteht.

