Was bedeutet der Salomonische Tempel für die Freimaurer?
Der Tempel Salomos ist eines der zentralen Symbole der Freimaurerei – nicht als historisches Bauwerk, sondern als geistiges Sinnbild.
Er steht für den inneren Bau des Menschen, für das Streben nach Weisheit, Maß und Ausgewogenheit – und letztlich für den Tempel der Humanität, den wir Freimaurer symbolisch zu errichten suchen.
Ursprung: Ein Meisterwerk der Baukunst
In der Bibel gilt der Salomonische Tempel als erstes großes steinernes Kultbauwerk – errichtet in Jerusalem unter König Salomo.
Über viele Jahrhunderte wurde er als Meisterwerk der Baukunst verehrt.
Besonders die mittelalterlichen Dombauhütten, aus denen sich später die Freimaurerei entwickelte, sahen in ihm ein Vorbild für ihr eigenes Handwerk – nicht nur im Stein, sondern auch im Geist.
Vom Bauwerk zum Sinnbild
Mit dem Übergang von den operativen zu den spekulativen Maurern – also von den Bauhandwerkern zu den geistig arbeitenden Brüdern – wurde der Tempel zum Sinnbild des inneren Baus.
Wir Freimaurer errichten keinen äußeren Tempel aus Stein, sondern streben danach, einen unsichtbaren Tempel zu erbauen: den der Menschlichkeit, des Verständnisses, der Toleranz.
Der Salomonische Tempel wurde so zum Zentrum der freimaurerischen Symbolik.
Symbolische Darstellung auf dem Teppich
Auf vielen Symbolteppichen und in den Ritualen der Logen taucht der Salomonische Tempel auf – oft nicht vollständig, sondern nur angedeutet:
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durch die sieben Stufen, die zu ihm führen
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durch zwei Säulen, die an seinen Eingang erinnern
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oder durch Licht- und Maßverhältnisse, die auf Ordnung und Harmonie verweisen
Diese Darstellung ist nie wörtlich gemeint – sie lädt zur Reflexion über unser eigenes inneres Bauwerk ein.