Warum waren die Freimaurer früher in manchen Staaten verboten?
Die Geschichte der Freimaurerei ist auch eine Geschichte der Ausgrenzung, Unterdrückung und Missverständnisse. Immer wieder gab es Zeiten, in denen Logen verboten und Brüder verfolgt wurden – insbesondere in Staaten mit autoritären oder klerikalen Machtstrukturen.
Verbot in katholisch geprägten Ländern
Vor allem in streng katholischen Ländern wie Italien, Österreich, Spanien oder Portugal war die Freimaurerei phasenweise verboten. Die katholische Kirche betrachtete sie als Bedrohung für ihre geistliche Autorität, da Freimaurer keine dogmatische Wahrheit vertreten und individuelle Gewissensfreiheit betonen.
In Spanien führten diese Spannungen zu drastischen Maßnahmen:
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1815: Fünf Freimaurer werden in Granada öffentlich hingerichtet.
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1819: Zwei Brüder werden in Madrid zum Tode verurteilt.
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1829: In Barcelona wird ein amtierender Meister vom Stuhl hingerichtet.
Diese Ereignisse zeigen: Der Wunsch nach freiem Denken und innerer Arbeit konnte in einer Zeit religiöser und staatlicher Machtallianzen lebensgefährlich sein.
Freimaurerei unter Diktaturen und Despoten
Auch absolutistische und diktatorische Regime sahen in der Freimaurerei eine Gefahr. Das freie Gespräch unter Gleichen, das Streben nach Selbstverantwortung, die Idee einer universellen Brüderlichkeit – all das widerspricht zentralen Prinzipien autoritärer Herrschaft.
In solchen Systemen wurde nicht geduldet, was nicht kontrollierbar war.
Freimaurer galten als potenzielle Aufrührer – obwohl sie gerade auf friedliche Veränderung und persönliche Reifung setzen.
Ein Blick aus heutiger Perspektive
Wenn wir als Freimaurer heute auf diese Vergangenheit blicken, tun wir das mit Demut. Die Tatsache, dass Brüder wegen ihrer Zugehörigkeit verfolgt wurden, erinnert uns daran, dass Freiheit, Toleranz und Menschenwürde keine Selbstverständlichkeiten sind.
Diese Werte zu schützen und zu leben, bleibt auch unsere Aufgabe – damals wie heute.