Vom Fels zum Meer
Der Ursprung
Die Devise „Vom Fels zum Meer“ steht in engem Zusammenhang mit dem Königlich Hohenzollernschen Hausorden und seiner Geschichte. Der ursprünglich bereits 1841 gestiftete Hausorden wurde nach dem Übergang der hohenzollernschen Fürstentümer an Preußen von König Friedrich Wilhelm IV. im Jahr 1851 als königlich-preußischer Hausorden übernommen und neu geregelt. In den Statuten vom 23. August 1851 findet sich die Devise „Vom Fels zum Meer“.
In Artikel 2 der Statuten wird die Bedeutung der Devise näher erläutert. Dabei wird auf den Hohenzollern als Ausgangspunkt und auf die Entwicklung des Hauses über die Jahrhunderte bis an die Ostsee und in den Raum der Nordsee verwiesen.
Der Fels ist dabei ganz konkret zu verstehen: Gemeint ist der Hohenzollern in Schwaben, der markante Bergkegel, auf dem die Stammburg des Hauses steht und von dem das Geschlecht seinen Namen ableitete. Das Meer beschreibt die große räumliche Weite, die sich im Laufe der Geschichte zwischen diesem Ursprung und den späteren Wirkungsräumen des Hauses erstreckte.
Die Devise erzählt damit ursprünglich von einem Weg, der von einem klar benannten Ursprung in eine immer größere räumliche Weite führte.
Diese historische Bedeutung möchten wir nicht leugnen oder umdeuten. Wir greifen das sprachliche Bild vielmehr auf und geben ihm für unsere Loge eine eigene, zeitlose Bedeutung.
Die Bildsprache
Der Fels steht für das Feste und Beständige – für den inneren Grund, das Fundament, auf dem der Einzelne wie auch die Gemeinschaft stehen kann.
Das Meer steht für die Weite und das Offene – für das, was jenseits des unmittelbar Vertrauten liegt. Es kann für Erkenntnis, Entwicklung, Wandlung und die Freiheit stehen, den eigenen Weg immer wieder neu zu suchen.
„Vom Fels zum Meer“ beschreibt für uns damit einen Weg: von der Standfestigkeit zur Weite, vom sicheren Grund zur offenen Welt, vom Ursprung zur Entfaltung.
So wird aus einem ursprünglich historischen und dynastischen Bild ein Gedanke, den wir auf unseren eigenen freimaurerischen Weg beziehen können: Wir brauchen einen festen Grund, um uns auf den Weg machen zu können – und zugleich die Offenheit, über diesen Grund hinauszublicken.
